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Vorlesewettbewerb

Vorlesewettbewerb der Schulzendorfer Grundschule am 30. November 2011

„Willst auch Du in den Blätterwald?“ lockt die Einladung mit dem Bild eines Baumes, aus dessen Stamm Bücher hervorlugen. Ein Hund hat sich gleich eins zum Lesen mitgenommen und der farbenfrohe Bücherwurm freut sich lachend darüber.

Dieser erwartet auch bereits ungeduldig die vielen Leseratten, die in den Konferenzsaal des Rathauses kommen, um den besten Vorlesern ihrer Klassen zuzuhören. Den Anfang machen der Erkönig und John Maynard. Nein, sie lesen nicht vor. Diese Balladen werden von einer Gruppe Sechstklässler gesungen, womit sie den Auftakt des Wettbewerbes stimmungsvoll und beeindruckend gestalten. Interessiert möchten die Kinder der Bücherwurm-AG wissen, ob Herr Freese, Frau Lefass und ihre Bibliothekarin Frau Rommel auch lesen und stellen ihnen ziemlich viele neugierige Fragen. Tatsächlich – alle lesen gern und zwar am liebsten im Bett.

„Wann wird denn endlich vorgelesen?“ scheint der bunte Bücherwurm vorn auf dem Tisch ungeduldig zu fragen.

Frau Pittke erzählt den vielen Gästen, dass in allen dritten bis sechsten Klassen in den letzten Wochen besonders viel vorgelesen wurde und die Kinder ihre Klassenbesten für die Teilnahme am heutigen Vorlesewettbewerb auswählten. Sie werden ihr eigenes Lieblingsbuch vorstellen und daraus vorlesen. Danach lesen sie einen ihnen unbekannten Text aus dem Erzählband „Der Menschenfresser“. Sie erhalten von einer aufmerksamen und kritischen Jury Punkte und wer die meisten Punkte erliest, darf am Vorlesewettbewerb unseres Kreises teilnehmen. Zur zehnköpfigen Jury gehören Herr Freese, Frau Lefass, Frau Krichler, Frau Rommel, Vertreterinnen des Hortes, des Fördervereins, der Elternschaft, der Gemeinde Schulzendorf und die drei Bücherwürmer Nele, Tilman und Marc.

„Geht’s nun endlich los?“, drängelt der Bücherwurm im Namen der aufgeregten Vorlesekinder.

„Ja doch, gleich.“

Frau Lefass beginnt, eines ihrer gern gelesenen Bücher vorzustellen. Und da ist er wieder – der Baum mit den Büchern. Kinder suchen sich eine Geschichte aus und das Baumhaus bringt sie direkt in sie hinein. Sie erleben Naturphänomene, die in vergangenen Zeiten stattgefunden haben und begreifen das Zusammenspiel von Natur und menschlicher Geschichte. Auch Emily aus der 4a hat sich ein Baumhausbuch ausgewählt und liest über die Erlebnisse zweier Kinder im Amazonasgebiet. Nach Ella aus der 4b liest Lucie aus der 4c aus dem schönsten Kapitel ihres Lieblingsbuches. Die Zuschauer müssen immer wieder lachen, als sie einen langen Brief vorliest, der in einer ulkigen Geheimschrift verfasst ist. Aus der 5a und der 5b lesen Fanny und Max. Der einzige Junge hat sich ein Tagebuch gewählt, von dem er bereits fünf Teile begeistert gelesen hat und sich auf den gerade erschienenen sechsten Band freut. Immer dicker werden die Bücher, aus denen Sophie, Anna und Verena aus den Klassen 6a, 6b und 6c vorlesen. Die Jury hat viel zu tun, um die Punkte für die zweimal fünf Minuten Lesezeit gerecht zu verteilen. Nun wird addiert und alle erwarten das Ergebnis mit Spannung.

„Wer hat denn nun gewonnen?“, fragt der nach zweieinhalb Stunden erschöpfte Bücherwurm.

Den dritten Platz belegt Sophie aus der 6a, zweiter wird Max aus der 5b und die beste Vorleserin ist Anna aus der 6b, die unsere Grundschule beim Kreisausscheid der besten Vorlesekinder vertreten wird. Alle klatschen begeistert.

Auch der bunte Bücherwurm lacht wieder munter: „Viel Glück, liebe Anna!“

Der Dank für diesen Lesehöhepunkt geht an Frau Pittke und ihre Bücherwürmer, an Frau Maier und Frau Walther und an all diejenigen, die in der Jury unseren Vorlesekindern hohe Achtung zollten. In der ansprechenden Umgebung im Rathaus Schulzendorf wurde Literatur lebendig, ganz nach dem Ausspruch von Gotthold Ephraim Lessing: „Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen? – Nein. Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein.“

Das ist ganz im Sinne des fröhlichen Bücherwurms: „Lesen macht Spaß und man kann sogar dabei etwas lernen.“

Bilder

K. Sydow


• aktualisiert: Dienstag, 20. Dezember 2011